Wie kaum eine andere Stadt zeigt sich Friesach noch heute in seiner mittelalterlichen Ursprünglichkeit. Die Befestigungsanlage, bestehend aus Stadtmauer und Wasser führenden Stadtgraben; die Burganlagen, Kirchen und Klöster und eine Vielfalt an Kleinkunstdenkmälern machen die Stadt zu einem Gesamtkunstwerk und laden ein zu einer Zeitreise in die Vergangenheit:
Erstmals erwähnt wird der Name "friesah" im Jahre 860 in einer Urkunde König Ludwig des Deutschen, der der Salzburger Kirche einen Hof "ad friesah" schenkte. Um diesen Siedlungskern entwickelte sich in den nächsten Jahrhunderten am Fuße des Petersberges der Salzburger Markt Friesach. Zur Demonstration ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung errichteten die Salzburger Bischöfe schon im 11. Jahrhundert am Petersberg eine Burg als Hauptbefestigung ihrer Besitzungen südlich der Tauern.
Friesach war ein beliebter Aufenthaltsort der Salzburger Erzbischöfe. Als Stadtherren erwiesen sie sich auch als Förderer der Kunst und Kultur. Friesach beherbergte Bibliotheken von europäischem Rang und sakrale Kunstschätze der Romanik und Gotik erinnern noch heute an die Blütezeit der Stadt. Die residenzielle Funktion der Stadt hat in der Dichtung des Minnesängers Ulrich von Lichtenstein mit seiner Schilderung des Friesacher Turniers in seinem Roman "Frauendienst" Eingang gefunden.
Ende 13. Jahrhunderts wurde die Stadt nach Auseinandersetzungen der Salzburger Erzbischöfe mit den Habsburgern und Böhmen innerhalb weniger Jahrzehnte dreimal erobert, geplündert und zerstört. Die Stadt verlor an Attraktivität, die Zuwanderung stoppte und die Bischöfe residierten seltener hier und ließen die Mittel spärlicher fließen.
Eine letzte, kurze Blüte erlebte Friesach im 16. Jahrhundert. mit einem Aufschwung des Edelmetallbergbaus, danach konnte der wirtschaftliche Niedergang nicht mehr gestoppt werden. Während andere Städte in der frühen Neuzeit über ihre Mauern hinaus wuchsen, stagnierte Friesach.
1803 ging Friesach durch die Säkularisation an die Habsburger über. Durch den wirtschaftlichen und politischen Bedeutungsverlust blieben aber viele Kultur- und Kunstdenkmäler, die andernorts der Moderne und dem Städtewachstum weichen mussten, in Friesach erhalten.